Andreas-Hahn-Stiftung
Handball: Rheinland-B-Jugend wird beim Turnier der Verbände
Vierter - B-Mädchen verlieren im Finale gegen die Pfalz nach
Verlängerung
Vallendar hat sich als Austragungsort des Handball-Jugendturnieres
für Auswahlmannschaften bewährt - die Organisatoren ernteten viel
Lob und sie durften sich zudem über viele Zuschauer freuen.
VALLENDAR. Es war einer von vielen Sichtungslehrgängen der
B-Jugend-Auswahlmannschaften aus Rheinland, Pfalz, Mittelrhein,
Rheinhessen und Hessen im weiblichen und männlichen
Nachwuchsbereich, und doch genießt das Turnier des Handballverbandes
Rheinland um den Andreas-Hahn- und Karin-Walther-Pokal einen hohen
Stellenwert unter den Verantwortlichen. Nicht nur die rund 175
Spielerinnen und Spieler, auch zahlreich mitgereiste wie heimische
Fans sorgten für gute Stimmung und eine prächtig gefüllte
Konrad-Adenauer-Sporthalle auf dem Mallendarer Berg.
"Ich freue mich sehr über die sportliche Qualität, die Resonanz bei
den Zuschauern und die Fairness der Mannschaften", war Peter Pauli,
Vizepräsident Jugend im HV Rheinland, noch während der Veranstaltung
recht angetan. Durch den Zugewinn der weiblichen Mannschaft aus
Hessen konnte der Cup weiter aufgewertet werden und blickt seiner
Meinung nach in eine gesicherte Zukunft. "Nur leider waren die
Spielzeiten mit 20 Minuten vielleicht etwas kurz. Aber wir mussten
versuchen, alles in den Sonntag hineinzupacken", so Pauli weiter.
Mit seiner Anregung, das Turnier zukünftig auf ein gesamtes
Wochenende zu verteilen oder aber die Vorrundenspiele in getrennten
Hallen auszurichten, stößt Pauli auf viel Zuspruch. "Bendorf würde
sich da doch anbieten", sagte HVR-Geschäftsführer Hermann-Josef
Häring. Aber nicht nur die Ausweitung, auch eine bessere Terminwahl
könnte in den nächsten Jahren für weitere Resonanz sorgen. An dem
Event allgemein und dem Austragungsort gibt es aber nichts zu
rütteln, so Paulis klares Bekenntnis: "Die Organisation hier ist
ausgezeichnet, die Zusammenarbeit mit dem TV Vallendar einfach
klasse. Für uns gibt es deshalb keinerlei Gründe, den Mallendarer
Berg zu verlassen. Seit vielen Jahren steht die Veranstaltung im
Blickpunkt zur Förderung junger Spielerinnen und Spieler, und das
muss gerade in unserer Region weiter forciert werden."
Ein großer Dank gilt deshalb auch in Richtung Alfred Hahn, Gründer
der Andreas-Hahn-Stiftung, die das Turnier seit Auferlegung aus
Spendenmitteln unterstützt. Hahn war ebenfalls zugegen und urteilt:
"Ich glaube, das hier ist das bestbesetzte Handball-Jugendturnier in
der Region. Es hat sich über die Jahre wirklich sehr gut
entwickelt." Der passionierte Tennisspieler kam über seine Söhne zum
Handballsport und blieb diesem treu: "Ich habe nie selbst Handball
gespielt, aber es hat mich immer fasziniert, die Begeisterung, die
Motivation, die Kraft der Sportart und das Mannschaftsgefüge zu
sehen." Neben dem Cup der Handballverbände stellt seine Stiftung
auch für den Vallendarer Jugendcup, der jährlich im Herbst
ausgetragen wird, Mittel aus dem Spendentopf bereit. Wobei Hahn
anmerkt, dass hinter alle dem ein gehöriger Anteil Arbeit steckt:
"Für 1000 Euro brauchen wir schon eine Vielzahl an Spendern. Das
Geld fließt uns ja nicht in Strömen zu, zudem ist die Bereitschaft
für den Handball etwas schwächer als bei unserem zweiten
Stiftungsfeld, den Komapatienten und deren Angehörigen."
Welches Potenzial das Auswahlturnier in Vallendar hat, zeigt sich in
der späteren Entwicklung der jungen Akteure. Immerhin haben schon
einige weibliche Teilnehmerinnen, die vor einigen Jahren in der
Konrad-Adenauer-Halle aufliefen, den Sprung in Bundesliga und gar
Nationalmannschaft geschafft. "Bei den Jungs bin ich mir momentan
nicht so ganz sicher. Aber es müssen ja auch immer erst fünf, sechs
Jahre vergehen, bis die Spieler in den Spitzenteams ankommen", so
Pauli.
Auf jeden Fall sahen die zahlreichen Besucher neun Stunden lang
guten Handballsport. Manch einem auf dem Feld war das Trikot
vielleicht noch eine Nummer zu groß, ihrer Verantwortung waren sich
aber alle bewusst. Für den Handballverband Rheinland endete das
Turnier mit einem hervorragenden zweiten Platz beim weiblichen
Nachwuchs - das Endspiel ging gegen die Pfalz erst nach Verlängerung
mit 12:13 verloren. Für die Jungs sprang Rang vier heraus.
"Wir haben zwar nur ein Spiel gewonnen, aber die Ergebnisse waren
für uns eher zweitrangig. Natürlich sind Niederlagen nicht
erbaulich, aber wir wollten in erster Linie die individuellen
Stärken unserer Spieler sehen und fördern", meinte Christian
Caratrius, neben Marcel Trinks Trainer der Auswahlmannschaft. Anfang
des Jahres haben beide das Traineramt im Verband übernommen und
können trotz der Kürze bereits eine positive Bilanz ziehen.
Cartarius: "Das läuft wirklich gut. Wir haben bei uns viele
Individualspieler, die Gutes zu leisten im Stande sind. Manchmal
fehlt es noch etwas an der Bereitschaft, sich etwas zuzutrauen. Da
setzen wir mit Kopfarbeit an." In den im Schnitt ein bis zwei
Lehrgängen pro Monat legen die Trainer viel Wert auf die
individuelle Entwicklung wie auch die koordinative Schulung und
Athletik. Die neuen Erfahrungen übertragen die Talente dann auch in
ihre Vereinsmannschaften, wodurch gerade das Sorgenkind Rheinland
auf einem guten Weg ist, weiter an Qualität zu gewinnen. "Wir haben
hier im Rheinland einfach zu wenige Mannschaften. Gerade
Mülheim-Kärlich entpuppte sich in den letzten Jahren als Magnet für
viele Spieler", so Cartarius weiter. Zum Vergleich: Hessen kann auf
etwa doppelt so viele Teams zurückgreifen. So gewann der hessische
Verband im männlichen Bereich dann auch den Cup. "Aber wir arbeiten
intensiv daran, dass es besser wird", versicherte der Coach.
Robert Eifler
Hilfe, die wirklich ankommt! weiter...