Andreas-Hahn-Stiftung 

Hahn-Stiftung fördert Klinik-Neubau

Rhein-Zeitung vom 10.12.2008
Finanzielle Unterstützung für neuropsychologisches Diagnostik- und Therapiezentrum in Vallendar - Hannelore-Kohl-Fundation als weiterer Sponsor

Die Einrichtung eines neuropsychologischen Diagnostik- und Therapiezentrums ist ein wichtiger Baustein im Klinik-Neubau der Neurologischen Klinik in Vallendar. Als Sponsor beteiligt sich daran auch die Andreas-Hahn-Stiftung.

VALLENDAR. Es braucht Fantasie im Angesicht von rohem Beton, Stahl, staubigen Böden, Plastikplanen und offenliegenden Elektrokabeln, das künftige Leben und Wirken in den Räumen des Neurologischen Rehabilitationszentrums Vallendar (NKV) zu erahnen. Alfred Hahn ließ sich daher gerne vom temperamentvoll erklärenden Klinikchef Ulrich Lebrecht Stockwerk für Stockwerk in die entstehende Klinik- und Therapiewelt einführen. Bis hin zum künftigen neuropsychologischen Diagnostik- und Therapiezentrum, das dank der finanziellen Unterstützung der Andreas-Hahn-Stiftung größeren Raum einnehmen wird.

Seit vielen Jahren engagiert sich die Andreas-Hahn-Stiftung für die Jugendlichen der Klinik in Vallendar und wird sich auch an dem Neubau mit 50- bis 60 000 Euro beteiligen. Das Ehepaar Hahn traf sich jetzt mit Vertretern der Klinik, um über die Verwendung des Geldes zu sprechen. Für Alfred Hahn und seine Frau war es gar keine Frage, wieder zu helfen, und sie sagten ihre Unterstützung zu, als das Neubauprojekt des BDH-Bundesverbands Rehabilitation noch auf dem Papier stand. Die Stiftung bildete Rücklagen für diesen Zweck, und die Hahns wollten sich jetzt davon überzeugen, dass "die Mittel sinnvoll in der Rehabilitation Jugendlicher eingesetzt werden", so Hahn.

Verwaltungsdirektor Ulrich Lebrecht schätzt sich glücklich, bei diesem millionenteuren Neubauprojekt neben der Hahn-Stiftung auch die ZNS-Hannelore-Kohl-Stiftung als Sponsor an seiner Seite zu wissen. Das ermögliche es, Akzente zu setzen. So wird es auf der 2700 Quadratmeter großen Klinikfläche auch eine Abteilung geben, die sich mit der neuropsychologischen Diagnostik und Therapie beschäftigt. Nach Lebrechts Angaben sind gerade die Defizite im neuropsychologischen Bereich die größten Hemmnisse auf dem Weg zur Teilhabe der Menschen mit einer Behinderung am sozialen und gesellschaftlichen Leben. "Diesem Aspekt wurde bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt", so der Klinikchef. Doch es dürfe nicht unterschätzt werden, wie gravierend sich Schwächen etwa in der Konzentrationsfähigkeit und der Belastbarkeit oder Sichtfeldeinschränkungen auswirkten, während der Mensch von außen betrachtet gesund aussehe.

"Einen Rollstuhl im Kopf", nennt es die Leitende Psychologin Luise Roth. Sie hat gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen das Konzept für einen "multimodalen Diagnostik- und Therapieraum" entwickelt, der dank der Hahn-Stiftung nun umgesetzt wird. Dazu gehören neben der Möblierung auch modernste Softwareprogramme für die computergestützte Diagnostik und Therapie.

Auch wenn die neue Abteilung nicht das eigentliche Arbeitsfeld des Leitenden Berufspädagogen ist, so freut sich Lothar Lehmler dennoch über die Erweiterung. Denn: "Berufspädagogen sind darauf angewiesen, dass bei Jugendlichen präzise Diagnosen erstellt werden." Viele Jugendliche kämen zu spät zur Klinik und es vergehe viel Zeit, bis die individuelle, gezielte Therapie begonnen werden kann. Dies wird von 2009 an nun anders in Vallendar, denn auch ein berufliches Assessmentzentrum soll es geben, in dem die Fähigkeiten der Jugendlichen getestet werden können. (aw)

Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.andreas-hahn-stiftung.de.

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