Andreas-Hahn-Stiftung 

Beatmungsgerät

Koma-Patienten gezielt und wirksam Hilfe leisten

Andreas-Hahn-Stiftung steckte 21 000 Euro zahlreicher Spender in technischeAusstattung der Neurologischen Klinik Vallendar

VALLENDAR. Die Andreas- Hahn-Stiftung ist klein, aber sie beweist: Auch ohne Millionenbeträge ist gezielte und wirksame Hilfe für Koma-Patienten zu leisten. Dank der Stiftung konnte das Neurologische Rehabilitationszentrum in Vallendar im vorigen Jahr einen Computer mit Programmen zur computergestützten Rehabilitation anschaffen (wir berichteten).
Darüberhinaus machten es viele Einzelspender möglich, dass die Stiftung mit der stolzen Summe von 21 000 Euro die Anschaffung eines Beatmungsgerätes für die Neurologische Klinik in Vallendar fördern konnte. Das Spezialgerät kommt bei der Behandlung von beatmungspflichtigen, schwerstkranken Patienten mit Schädel-Hirn-Verletzungen zum Einsatz und ist besonders wichtig in der Frühstrehaphase, wenn die Patienten den Schritt von der Beatmung zum aktiven Atmen wieder erlernen müssen."Gerade in den ersten drei Monaten der Behandlung sind die Chancen am allerbesten", weiß Alfred Hahn, Vorsitzender der Andreas-Hahn-Stiftung und aus leidvoller eigener Erfahrung geradezu ein Fachmann auf dem Gebiet der Schädel-Hirn-Verletzungen. Als sein Sohn Andreas mit vierzehn Jahren bei einem Autounfall verunglückte, wegen seiner schweren Kopfverletzungen nie mehr richtig zu Bewusstsein kam und nach fünf Wochen Wachkoma verstarb,
erfuhr die Familie Hahn am eigenen Leib, was es heißt, in ein riesiges schwarzes Loch zu fallen und vor Kummer kaum noch ein und aus zu wissen. In diesem Monat jährt sich der tragische Unfalltag zum neunten Mal, und der Verlust des jüngsten Sohnes schmerzt noch immer. Aber die Eltern haben den Namen von Andreas mit einem Vermächtnis verbunden: Marianne und Alfred Hahn riefen 1996 die Andreas- Hahn-Stiftung ins Leben, um Schicksalsgenossen ihres Sohnes helfen zu können und deren Chancen auf einen Weg aus dem Koma zurück ins aktive Leben zu verbessern. Die Förderung junger Koma-Patienten im nördlichen Rheinland-Pfalz ist das eine Ziel der Stiftung und beinhaltet
die Finanzierung neuer Therapiemöglichkeiten, die Beschaffung von Hilfsmitteln in Pflegeeinrichtungen und individuelle Zuschüsse an hilfsbedürftige Angehörige von Koma-Patienten. Andreas' Leidenschaft für Handball war ausschlaggebend für die zweite Zielsetzung der Stiftung: Die Förderung des Jugendhandballs im Handballverband Rheinland. "Andreas war ein Ballverrückter, und Handball war
sein erklärter Lieblingssport", erzählt Alfred Hahn. Deswegen fördert die Stiftung unter anderem Jugendturniere, den internationalen Austausch von Jugendlichen sowie Lehrgangskosten für Jugendhandballer. "Es fließt auch was zurück", freut sich Alfred Hahn und verweist auf erfolgreiche Handballbenefizspiele, deren Erlöse teilweise wiederum der Andreas-Hahn-Stiftung zugute kommen. "Schädel-Hirn- Patienten ist die am meisten benachteiligte Patientengruppe", meint Alfred Hahn, "Wir wollen die gravierende Unterversorgung für Kinder und jugendliche Koma-Patienten im Krankenhaus, Therapie- und Pflegebereich und in der nachklinischen Förderung bekanntmachen und helfen, diese zu beseitigen".Die möglichst früh einsetzende Rehabilitation sieht er als Voraussetzung für
eine Rückkehr in das gewohnte Lebensumfeld. "Aufgrund der mangelnden Kapazitäten in der Rehabilitation erhalten viele jugendliche Patienten keineChance, wieder ein Leben außerhalb von Pflegeeinrichtungen zu führen",kritisiert Hahn. Bedenken hat er im Hinblick auf die Einführung der Fallpauschalen in Akutkliniken, die die so wichtige Phase derFrührehablilitation und damit die gesamte Reha-Kette gefährden könnten."Die volle Pflege ist langfristig viel teurer als die Hilfe zur Selbsthilfe", betont Alfred Hahn und verweist auf Behandlungserfolge, die sich vor allem bei einer intensiven Frühförderung einstellen. Der Unterstützung der Angehörigen von Schädel-Hirn- Verletzten - auch mit
finanziellen Mitteln - misst die Andreas-Hahn-Stiftung große Bedeutung bei. Noch allzu gut weiß Alfred Hahn, wie hilflos sich damals die Familie im Klinikbetrieb gefühlt hat, als Andreas im Krankenhaus lag. Deswegen möchte die Stiftung den Angehörigen von Koma- Patienten den Beistand leisten, den die Hahns vor neun Jahren so schmerzlich vermisst haben. Den betroffenen Familien spricht Alfred Hahn Mut zu: "Man darf nie verfrüht aufgeben". (ulf)


Kontakt:
Andreas-Hahn-Stiftung, Am Eisengraben 8, 56179 Vallendar
Spenden an:
"Andreas-Hahn-Stiftung",
Sparkasse Koblenz (BLZ 57 05 01 20),
Kontonummer 4 01 47 00.

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